Auszubildende besuchen das neue UPS-Paketzentrum in Bielefeld

Auszubildende des Berufes „Fachkraft für Lagerlogistik“ konnten sich in einer Exkursion zum neuen UPS-Paketzentrum in Bielefeld-Sennestadt über die neuesten Entwicklungen informieren.
Das Paketzentrum wurde am 30. November 2017 als Neubau in Betrieb genommen und ist zurzeit eines der modernsten Zentren in Europa.

Im Rahmen einer kleinen Präsentation wurde der Klasse zunächst das Unternehmen UPS vorgestellt, das bereits 1907 gegründet wurde und ein fast unvorstellbares Zustellvolumen von ca. 16,6 Milliarden Paketen jährlich hat.
Die Auszubildenden beschäftigen sich im Rahmen ihrer Ausbildung intensiv mit Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP- Dienste) und hatten so die Möglichkeit Einblick in die Abläufe bei diesem KEP-Dienst zu nehmen.
Die vorgestellte Produktionsanlage besteht aus ca. 3 km Bandanlage mit 550 elektrischen Antrieben und ist komplett automatisiert.

Der Begleiter von UPS, Herr Wagner, ist seit Mitte 2017 unmittelbar nach der Beendigung seiner Weiterbildung als staatlich geprüfter Techniker in das Unternehmen UPS eingetreten. Er hat die Technikerausbildung am Berufskolleg absolviert.

Die Klasse FL19C fühlte sich in der großen Produktionshalle wie in einem Kletterpark!

Bis auf die vierte Ebene ging es 12 m hoch über Industrietreppen nach oben! Die Höhenangst musste bekämpft werden, bevor die Schüler sich in Ruhe umschauen konnten.

 

Blick in die 4. Ebene der Halle mit der Small-Sort-Anlage

Mit der Small-Sort Anlage der obersten Ebene werden kleine Pakete und Dokumentensendungen (ca. DIN A4 Größe) sortiert, die anschließend in große Säcke zum Weitertransport gepackt werden. Die Anlage erkennt auch Dokumentensendungen, die übereinanderliegen.

In den anderen Ebenen konnte man die drei Anlagen zur Bearbeitung der normalen Pakete im Betrieb sehen. Der Singulator vereinzelt dazu die Pakete, damit sie gescannt werden können.

Herr Wagner erklärt die Funktionalität des Singulators

Es wurde erklärt, dass der anschließende Scantunnel in allen Positionen scannen kann. Pakete bewegen sich mit 2,7 m pro Sekunde über das Band, wenn sie vom Sorter kommen.

Das Label wird fotografiert und es wird damit festgelegt, wo das Paket die Bandanlage wieder verlässt. Probleme bereitete hier z. B. der Spiegel, da er durch Papierstaub stark verdreckt und deshalb zwei Mal am Tag gereinigt werden muss.
„Wieviel kostet so eine Kamera?“, erkundigte sich Kevin und hörte, dass eine Kamera so viel wir ein Kleinwagen kosten kann. Es werden außerdem Kameras benötigt, um die Bandanlage zu steuern.

Mathias erkundigte sich, ob die Anlage immer läuft oder ob es viele Probleme gibt. Herr Wagner erläuterte uns, dass bei einem Stillstand der Anlage länger als 15 min der Vorfall als ein Breakdown nach Amerika gemeldet und anschließend intensiv geprüft wird.

Da das Servicecenter in Bielefeld noch als Projekt läuft, wird im Moment viel optimiert. Zurzeit ist die Firma Siemens zur Feinabstimmung der Steuerungs-Anlagen noch jeden Tag vor Ort, um Änderungen vorzunehmen. Die Anlage läuft erst seit Dezember 2017. Probleme bereiten aber auch noch einige Bedienungsabstimmungen. Die Projektphase des Verteilzentrums läuft wahrscheinlich bis Juni 2018.

Die Stoßzeiten in der Anlage sind um 04:45 Uhr (alle 125 Zustellfahrzeuge fahren bepackt zwischen 08:30 und 9 Uhr los) und ab 17:45 Uhr, wenn die Zustellfahrzeuge mit abgeholten Paketen gefüllt wieder zurückkommen.
Kim erkundigte sich, ob UPS viele Leiharbeiter beschäftigt. Daraufhin erfuhren wir, dass bei UPS fast alle Mitarbeiter fest angestellt sind. Die Bezahlung bei UPS ist im Logistikbereich überdurchschnittlich und man hat viele Aufstiegsmöglichkeiten. Herr Wagner erzählte, dass ein Mitarbeiter gerade sein 40-jähriges Firmenjubiläum bei UPS gefeiert hat.

Die Philosophie von UPS ist, wenig zu leihen oder mieten, da das Unternehmen langfristig plant und dann Kaufen die bessere Option ist. Eigene Gebäude, eigene Grundstücke, eigene Fahrzeuge und eigene Mitarbeiter sind dem Unternehmen wichtig, um den eigenen hohen Qualitätsstandard sicherzustellen.

In der Anlage gibt es wenig Staplerverkehr, da das Be- und Entladen der Container mit ausfahrbaren Transportbändern erfolgt, die in die Fahrzeuge ragen. So ist eine schnelle Be- und Entladung möglich.

Das UPS-Verteilzentrum hat auf die Klasse einen sehr positiven Eindruck gemacht und war für alle Beteiligten eine gelungene Erfahrung. Die Schüler haben sehr viel Technik gesehen und Tobias fasste für alle zusammen: „Der Technik gehört die Zukunft und wir müssen uns in unserem Beruf darauf einstellen.“

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